changement!
Stand: November 2018

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CM vom 28.11.2018, Heft 08, Seite 34 - 35, CM1287452
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Salutogenetische Führung

Prof. Dr. Jürgen Weibler

Prof. Dr. Jürgen Weibler ist Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Personalführung und Organisation an der FernUniversität in Hagen. Er ist Verfasser des Standardwerks „Personalführung“ (erweiterte Auflage 2016). Auf der Website „Leadership Insiders“ (www.leadership-insiders.de) versorgt er Führungskräfte mit fundiertem und innovativem Führungswissen.

„Niemand geht sicher am Ufer entlang“, so der Medizinsoziologe und Stressforscher Aaron Antonovsky. Als Begründer des Konzepts der Salutogenese (Gesundheitsentstehung) betrachtete er Krankheit und Gesundheit nicht als sich ausschließende Gegensätze, sondern als Pole eines Kontinuums, zwischen denen der Einzelne im Laufe seines Lebens beständig hin- und herpendelt. Vor allem ging es ihm aber um die gesundheitsstärkenden Faktoren, die wiederum für eine salutogenetische Führung der zentrale Orientierungspunkt sind.

Leadership for Change

Change Management ist zur Kernaufgabe von Führungskräften geworden – und Leadership-Konzepte weisen ihnen den Weg. Der Leadership-Experte Jürgen Weibler stellt in jeder Ausgabe ein Konzept vor. Dieses Mal geht es um „salutogenetische Führung“ – einen Ansatz, der die Nachhaltigkeit der Führung in zunehmend erschöpften Organisationen bzw. Belegschaften herausstreicht. Damit wird das Führen mit der Gesundheitsfrage verzahnt.

Kernidee des Konzepts

Einwirkungen (Stressoren) verschiedenster Art (wie Keime, Über- oder Unterforderung, Konflikte mit Vorgesetzten) setzen den Menschen in ein permanentes Ungleichgewicht, das zu Spannungen führt. Je nachdem, wie das Individuum mit den Spannungen umgeht, führt es eher zum Krankheits- (Distress) oder Gesundheitspol (Eustress). Dieser Umgang hängt mit den individuellen, sozialen und kulturellen Widerstandsressourcen zusammen.

Kernstück des Modells von Antonovsky ist aber das Kohärenzgefühl (Sense of Coherence). Es ist das, was

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