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Stand: September 2018

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CM vom 28.09.2018, Heft 07, Seite 24 - 27, CM1281619
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Veränderungsbremse Risikomanagement

Prof. Dr. Gerd Gigerenzer

Prof. Dr. Gerd Gigerenzer ist Direktor des Harding-Zentrums für Risikokompetenz am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Sein aktuelles Buch zum Thema: „Risiko: Wie man die richtigen Entscheidungen trifft“ (2013).

Vor allem große Unternehmen werden mehr und mehr formalisiert und verrechtlicht. Die Hebel dazu sind Compliance, Controlling und Revision. Damit schützt sich die Organisation vor unlauterem Gebaren ihrer Führungskräfte und Mitarbeiter. Aber je enger das Korsett wird, desto starrer wird die Organisation. Mit dem Risikoforscher Gerd Gigerenzer hat Chefredakteur Martin Claßen über Lähmungserscheinungen als Folge einer Überregulierung gesprochen.

Prof. Dr. Gerd Gigerenzer

CM 07/2018 S. 25

Wer heute in einem Unternehmen eine verantwortliche Rolle einnimmt, steht mit einem Fuß im Gefängnis, weil jede Entscheidung mit der Gefahr grober Pflichtverletzungen verbunden ist. Ist Management inzwischen nur noch etwas für wagemutige Draufgänger?

Gerade nicht, denn die Kultur der Absicherung bringt eher solche Managertypen in Entscheiderrollen, die vorsichtiges und strategisches Taktieren bevorzugen. Wagemut alleine reicht übrigens nicht aus, man muss auch das Richtige wagen. Aber vielerorts stehen die Absicherungstendenzen dem Wagemut im Wege.

Die meisten Verhaltensregeln entspringen politisch gewollten Normen mit berechtigten Anliegen: Anlegerschutz, Umweltschutz, Datenschutz und so weiter. Eigentlich spricht nichts gegen sie außer der oftmals hohe bürokratische Aufwand. Ist das alles aber mittlerweile nicht viel zu viel und überfordert den einzelnen Manager im Alltag?

Solche Normen sind ja meistens richtig und wichtig. Aber man zahlt einen

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