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Stand: August 2017

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CM vom 28.08.2017, Heft 06, Seite 36, CM1266450
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Premortem-Technik

Martin Claßen

Martin Claßen, Chefredakteur

Im Verlauf eines Veränderungsprozesses kann prinzipiell alles schiefgehen. So lange eine solche Annahme als Ausgangspunkt für die rechtzeitige Problemvermeidung genommen wird, ist dieses Denken in Worst Cases nicht schlecht. Sich das Schlimmste ausdenken, um dem Ärgsten zu entgehen, – diese Logik ermöglicht eine verblüffend einfache Antizipation von Hürden im Change Management.

Der US-Amerikaner Edward Murphy zog aus seiner Arbeit als Ingenieur ein ernüchtertes Fazit. Die Kurzform des nach ihm benannten Gesetzes lautet: „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“ Seine ursprüngliche Aussage zeigt die Relevanz für Veränderungsprozesse: „Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder andere unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genauso machen.“

Den Optimismus der Organisation zähmen

Die Premortem-Technik geht auf den Psychologen Gary Klein zurück, der sie vor zehn Jahren in der Harvard Business Review in einem kurzen Artikel veröffentlichte und als „vorausschauende Einsicht“ bezeichnete. Die Methode basiert auf der Autopsie verstorbener Patienten, bei der die jeweilige Todesursache ermittelt wird und Rückschlüsse für künftige Therapien an Lebenden gewonnen werden. Klein überträgt die Technik auf das Management von Veränderungsprojekten und verlegt die Autopsie an deren

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