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Stand: September 2017

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CM vom 30.09.2017, Heft 07, Seite 8 - 9, CM1263278
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Wie Firmen von Disruptoren lernen

Dr. Lorenz Gräf

Dr. Lorenz Gräf ist Geschäftsführer des Inkubators Startplatz, ein Meetingpoint der Gründerszene im Rheinland. Er ist Experte für onlinebasierte Interaktion und Kommunikation.

Lange Zeit waren dies zwei Welten: die digitalen Start-ups und die Old Economy. Doch inzwischen haben beide verstanden, dass sie voneinander lernen können, wenn sie sich begegnen und in einen offenen Austausch treten. Seine Erfahrungen und zwei Instrumente beschreibt der Kölner Onlinepionier Lorenz Gräf im Interview mit Chefredakteur Martin Claßen.

Dr. Lorenz Gräf

Was lernen die bisherigen Platzhirsche von den Freaks der digitalen Ökonomie?

Vermutlich wäre die bessere Frage, was traditionelle Unternehmen lernen könnten, wenn sie denn lernen wollen. Erstens treffen sie auf eine Radikalität des Denkens. Ein Start-up muss keinen Markt verteidigen und keine Rücksicht auf bisherige Kunden und das gegenwärtige Geschäftsmodell nehmen. Zweitens probieren Start-ups neue Dinge systematisch aus. Sie nutzen den Zyklus „build – measure – learn“ und lassen Ideen schnell fallen, wenn sie sich als Fehleinschätzung erweisen. Dabei messen sie sehr genau, experimentell und mit Vergleichsgruppen, was Vorteile bringt und was nicht, und ziehen daraus Schlussfolgerungen zur Verbesserung. Ideen werden nicht deshalb weiterverfolgt, weil der Chef sie gut findet, sondern weil sie sich im Markt bewähren, es gilt also die Macht des Beweises. Drittens zeichnet sich die Unternehmenskultur von Start-ups durch ein hohes Maß an Vertrauen und Authentizität aus.

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