changement!
Stand: August 2017

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CM vom 28.08.2017, Heft 06, Seite 4 - 5, CM1266424
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Kulturwandel per Du – Chance oder Risiko?

Alexandra Sievers

Alexandra Sievers ist Expertin für Stilfragen beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft und Chefredakteurin von „Der große Knigge“. Zudem ist sie Mitglied im Vorstand der Deutschen-Knigge-Gesellschaft sowie Coach und Trainerin für Business-Etikette. Sie gilt als Expertin für zeitgemäße Umgangsformen, Stil und Rhetorik.

Immer mehr Unternehmen erklären das Du zur allgemeinen internen Anrede. Hierarchien sollen dadurch abgeflacht, das Wir-Gefühl gestärkt und dem Firmenimage eine neue Lockerheit verliehen werden. Doch gelingt das wirklich? Und welche Risiken sind damit verbunden, wenn sich vom obersten Chef bis in die unterste Ebene alle duzen? Die Erfahrung zeigt: Mit der Du-Anrede kann ein Wandel der Organisationskultur nur dann gelingen, wenn alle Beteiligten von der Veränderung überzeugt sind.

Der Trend, bei der firmeninternen Anrede vom Sie zum hierarchieübergreifenden Du überzugehen, ist unverkennbar. Die Ziele, die damit verbunden sind, sind hoch gesteckt. Was das interne Du bewirken soll:

  • flachere Hierarchien, weniger Barrieren, dafür mehr Wir-Gefühl

  • Offenheit und Gleichberechtigung in einem partnerschaftlichen Arbeitsklima

  • Vertrauen und Nähe statt Distanz und Reserviertheit

  • schnellere (gemeinsame) Entscheidungen, bessere Arbeitsleistungen, mehr Effektivität

  • eine neue Lockerheit und ein frischeres Firmenimage, um im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte zu bestehen

IKEA macht es schon seit Jahren vor und duzt sich nicht nur firmenintern, sondern duzt auch seine Kunden. Auch O2 Germany, der Versandhändler Otto und die Schwarz-Gruppe, zu der unter anderem Lidl gehört, haben sich innerbetrieblich inzwischen vom Sie verabschiedet. Doch was zu IKEA passen mag, weil es im Schwedischen kein vergleichbares Wort zu unserem deutschen Sie gibt, steht nicht jedem Unternehmen

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