changement!
Stand: August 2018

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CM vom 28.08.2018, Heft 06, Seite 10 - 11, CM1278764
changement! > corporate culture > Interview

Kleidung als Code

Prof. Dr. Antonella Giannone

Prof. Dr. Antonella Giannone lehrt Modetheorie und Modegeschichte sowie Bekleidungssoziologie an der Weißensee Kunsthochschule Berlin.

Es gibt keine spezielle Mode, die erkennen lässt, ob jemand zum Wandel bereit ist. Aber immer schon war die Kleidung Ausdruck von Haltungen. Über die sich ändernden Dresscodes im Business haben sich die Modesoziologin Antonella Giannone und Chefredakteur Martin Claßen unterhalten.

Prof. Dr. Antonella Giannone

Sind der Verzicht auf die Krawatte sowie der Silicon-Valley-Chic aus Jeans, T-Shirt oder Hoodie und Sneaker so etwas wie das „Du“, weil durch diesen Casual Style die Distanz zum Gegenüber kleiner wird?

Man könnte das so sehen, auch wenn die Kleidung im Vergleich zur Sprache viel ambivalenter ist. Kleidung ist eben selten eindeutig und sehr kontextabhängig. Sie ist zwar in der Lage, die zwischenmenschliche Kommunikation zu beeinflussen, und sie bietet Orientierung, trotzdem kann sie uns, wie schon die Märchen erzählen, leicht täuschen.

Welche Kleidungsstücke haben als Insignien der Macht ausgedient und gelten als „very old economy“?

Mode und Kleidung dienten traditionell dazu, Macht zu inszenieren, Klassenunterschiede zu markieren und soziale Distinktion sichtbar zu machen. Die Insignien der Macht haben sich allerdings stets gewandelt. Man denke etwa an die kostbaren mit Hermelinfell gefütterten Umhänge, die für viele Jahrhunderte die Ikonografie

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